Seit meiner Zeit an der Wiener Akademie der bildenden Künste hat mich das Studium von Visualität immer weiter von der eigenen künstlerischen Praxis in den Bereich der Theorie getrieben. Zusätzlich begann ich daher, Kunstgeschichte an der Universität Wien zu studieren. Aus meiner praktischen und theoretischen Auseinandersetzung ging meine Diplomarbeit zu den Pariser Einhorn-Tapisserien hervor.

 

Zuschreibungsmechanismen, oder grob gesagt die Frage, wie etwas zur Kunst wird, beschäftigten mich im Rahmen meiner Dissertation, die ich im Fachbereich Kunstwissenschaft und Medientheorie an der HfG Karlsruhe vorgelegt habe. Sie ist 2017 unter dem Titel Hans Sedlmayrs Kunstgeschichte. Eine kritische Studie erschienen. Dieser sehr grundsätzlichen Frage ging ich nach, indem ich mich auf die Person Hans Sedlmayr konzentrierte. Dabei war es mir ein Anliegen, das Mittelalter in die Analyse von Sedlmayrs Modernekritik einzubeziehen, um somit sein historiografisches System auf komplexe Weise untersuchen zu können.

 

Als Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte findet die Dissertation ihre Fortsetzung in dem neuen Vorhaben zur Geschichte der kunsthistorischen Diaprojektion. Mit Blick auf die Mediengeschichte der Disziplin geht es dabei schließlich auch um Überlegungen, inwieweit Kunstgeschichte auch – letztlich kreativen – Produktionsmechanismen unterliegt.

 

In Rückkopplung mit ihrer historischen Entwicklung befasse ich mich darüber hinaus mit aktuellen digitalen Bildkulturen. Die Allgegenwart gegenwärtiger Bildproduktion und das Bedürfnis, dafür ein Verständnis zu entwickeln führt zurück zu meiner zweiten Natur als Künstlerin.

 

Seit 2012 betreibe ich ART[in]CRISIS als kunstwissenschaftliches Blog, das mit dem Preis der Gesellschaft zur Förderung von Kunst- und Medientechnologie ausgezeichnet wurde. Zusammen mit Alexandra Pfeffer gebe ich das Online-Journal NEUE kunstwissenschaftliche forschungen heraus.